Artikel:Die Gesundheitsreform tritt in Kraft

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Seit Sonntag den 1. April ist es nun soweit: Die Gesundheitsreform ist in Kraft getreten. Der zwischen Union und SPD am meisten umstrittene Gesundheitsfonds sowie der neue Risikostrukturausgleich und der Basistarif bei der privaten Krankenversicherung werden erst 2009 eingeführt. Doch ein ganzes Paket an Neuregelungen gilt ab sofort.

Die gesetzlichen Krankenkassen können von nun an so genannte Wahl- und Rückerstattungstarife anbieten. Das bedeutet nichts anderes, als man es von anderen Versicherungssparten her kennt. So kann etwa ein Tarif mit Selbstbeteiligung gewählt werden, wodurch sich die monatlichen Kosten senken lassen. Es wäre zudem möglich, dass einige Kassen an ihre Kunden Prämien auszahlen, sollten diese nicht all zu oft medizinische Leistungen beanspruchen. Die gesetzlichen Kassen haben hier weitgehend Gestaltungsfreiheit und es wird sich zeigen, wie sie diese in Bezug auf ihre Wettbewerbsfähigkeit nutzen werden.

Neben diesen Wahltarifen sind die Kassen aber nun auch verpflichtet, besondere Tarife – z.B. für chronisch Kranke – in ihren Leistungskatalog aufzunehmen. An diese können gesonderte Bedingungen geknüpft sein, wie z.B. die Teilnahme an Behandlungsprogrammen. Auch hier können die Krankenkassen einen Bonus in Aussicht stellen. Auf diese Weise sollen die Versicherten dazu gebracht werden, an unterschiedlichen Behandlungsprogrammen teilzunehmen. Seit dem 1. April gilt nun auch die Versicherungspflicht. Dies bedeutet im Folgenden: Alle momentan nichtversicherten Bundesbürger, die jedoch früher einmal bei einer gesetzlichen Kasse versichert waren, müssen von dieser wieder aufgenommen werden. Dazu sollte sich jeder, der nicht krankenversichert ist bei seiner alten Krankenkasse melden. Bleibt man weiterhin ohne Versicherungsschutz, so kann es sein, dass im Falle einer notwendig werdenden Behandlung sämtliche unbezahlten Beiträge eingefordert werden.

Im Rahmen der neuen Regelungen werden nun geringverdienende Selbständige stärker entlastet. Mit der Absenkung der Berechnungsgröße für den Mindestbeitrag von 1838 auf 1225 Euro, kann sich der monatliche Beitrag von rund 250 auf ca. 180 Euro verringern.

Während im Zuge der neuen Regelungen eine ganze Reihe an Versorgungs- und Vorsorgeleistungen verbessert bzw. ausgeweitet wird, so werden bestimmte Behandlungskosten nun nicht mehr in vollem Umfang von den Kassen übernommen. Darunter fallen die so genannten "medizinisch nicht indizierten Maßnahmen", wie z.B. Folgebehandlungen nach Schönheitsoperationen, Tattoos, Piercings und dergleichen. Bestimmte Impfungen hingegen werden künftig zu Pflichtleistungen der Krankenkassen. Auch Eltern-Kind-Kuren sowie medizinische Rehabilitations-Leistungen für ältere Menschen muss nun der Leistungskatalog der Kassen beinhalten.

Wer sich lieber privat versichern möchte, dem wurde bereits mit dem Stichtag 2. Februar 2007 der Wechsel in die private Krankenversicherung erschwert. Seit diesem Zeitpunkt gilt: nur wer nun mindestens drei Jahre mit seinem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze von 47.750 Euro lag, darf in eine privaten Versicherung wechseln. Bisher war der Verdienst im zurückliegenden Jahr maßgeblich.

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