Artikel:Eine Gesundheitsreform für alle

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Die Abschaffung der privaten Krankenversicherung in ihrer jetzigen Form verlangt Martin Ottomeier in einem Kommentar der Financial Times Deutschland vom 22. Januar:

Mit der Gesundheitsreform wird die Versicherungsfreiheit abgeschafft. Auch wenn die Details der neuen Regelung noch unklar sind, eins steht fest: Jeder muss einen Mindestversicherungsschutz haben. Damit verliert die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung endgültig ihre Rechtfertigung. Den nächsten Schritt sollten die Politiker konsequent durchziehen und ein einheitliches Krankenversicherungssystem für alle Bürger schaffen.

Tatsache ist – Deutschland befindet sich in einer Zweitklassengesellschaft was die Gesundheitsversorgung angeht. Wer gesund ist und etwa genug verdient, kann sich aus der in diesem Fall ungünstigen gesetzlichen Krankenversicherung verabschieden und privat versichern. Damit sichert er sich bessere Leistung für deutlich niedrigeren Preis. Die PKV weiß um diesen Vorteil und wirbt damit offensiv. Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland können den Vorteil auch tatsächlich nutzen.

Nun ist es aber Zeit für ein einheitliches, solidarisches System, in dem alle Menschen die Risiken von Krankheit gemeinsam tragen und an dem sich auch und gerade die Reichen beteiligen. Die Frage danach, wie ein solches System aussehen könnte, beantwortet Ottomeier wie folgt: Dazu gibt es verschiedene Modelle, zum Beispiel die Bürgerversicherung, eine steuerfinanzierte Grundversorgung für alle oder ein Modell der privaten Krankenversicherung für alle. Konzepte gibt es also viele, nur der politische Wille zur Umsetzung dieser fehlt. Bei einer Umstrukturierung gibt es aber auch Verlierer – als solche sollte man vielleicht die privaten Versicherungen sehen, aber auch die gesetzlichen Kassen oder deren Verbände dürfen nicht ganz als Gewinner betrachtet werden.

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