Artikel:Feinstaub und Dieselfahrzeuge

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Bereits vor mehr als 9 Jahren, am 27. September 1996 traf der Europäische Rat, kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit, eine wegweisende Entscheidung. In den verabschiedeten "Luftqualitätsrahmenrichtlinie" wurde die nachhaltige Reduzierung von gesundheitsschädlichen Staub- und Rußpartikeln festgelegt. Seit 1. Januar diesen Jahres ist das Gesetz nun in Kraft.

Am 27. März 2005 ist "in München bundesweit erstmalig die zulässige Feinstaub-Belastung erreicht worden. Der EU-Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde an der Meßstation Landshuter Allee am Donnerstag bereits zum 35. Mal in diesem Jahr übertroffen, wie das Landesamt für Umweltschutz mitteilte. Erlaubt sind nach den seit 1. Januar geltenden Richtlinien der Europäischen Union nur 35 Überschreitungen im gesamten Jahr. Die Meßdaten forcierten den Streit um die richtigen Maßnahmen in der Luftreinhaltepolitik." (FAZ, 27.05.05)

Seitdem ist das Thema heiß diskutiert. Es kursieren Gerüchte, die ein generelles LKW-Verbot in Städten, bis zu ein Verbot von Dieselfahrzeugen in Deutschland vorhersagen. Die Autoindustrie schaffte binnen Tage ein Allround-Dieselfilter, der sogleich vergriffen und einer gestetzlichen Grundlage vorauseilte, die noch nicht geschaffen war. Tatsache ist, dass die Autoindustrie Dieselrußfilter zum Nachrüsten parat hält, die meisten Firmen jedoch den Gesetzesentscheid bezüglich der Grenzwerte und der steuerlichen Entlastungen abwarten.

Noch wird den Autofahrern die steuerliche Förderungen vorenthalten. Die Bundesregierung macht folgenden Vorschlag: Ab 01.01.2006 bis 31.12. 2007 sollen Neufahrzeuge und 2005 gekaufte PKWs mit 350 Euro gefördert werden. Voraussetzung ist natürlich, daß der von der EU festgelegten Partikelgrenzwert von 5 mg/km einhalten wird, und das ist derzeit nur mit Filter möglich. Für Nachrüstung soll es 250 Euro geben.

Die Länder blockieren, da die Steuerausfälle zu ihren Lasten gehen. Manche Politiker würden gerne auf die Filter-Förderung verzichten, denn der Anteil rußarmer Diesel steigt natürlich stetig auch ohne steuerliche Anreize. Mercedes plant z. B. schon im Sommer 2005 alle Dieselfahrzeuge serienmäßig mit Rußfilter auszustatten.

Der ADAC fordert für Neufahrzeuge eine Steuerermäßigung von 600 Euro, für Nachrüstung 300 Euro. Denn die tatsächlichen Kosten liegen zwischen 700 und 800 Euro. Auch ältere, bereits rußarme Diesel sollten einbezogen werden.


So bleibt für viele nichts anderes übrig, als zu warten, bis es für ihren Fahrzeugtyp den passenden und optimalen Parikelfilter gibt. Und vielleicht gibt es dann sogar eine günstigere Steuer?


Die Höhen der Versicherungsprämien wird es wohl nicht betreffen.

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