Clerical Medical
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Das bereits 1824 gegründete Finanzdienstleistungsunternehmen Clerical Medical aus Großbritannien ist in erster Linie spezialisiert auf Investmentlösungen innerhalb der Bereiche Lebens- und Rentenversicherungen.
Der Hauptsitz des Unternehmens ist London und neben dem britischen Markt ist das Unternehmen unter anderem auch in Deutschland, Österreich und Italien tätig.
Seit 2009 gehört Clerical Medical zur Lloyds Banking Group.
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Firmengeschichte
Im Frühjahr 1824 versammelte der Arzt Dr. George Pinckard am Bloomsbury Square, London ein Komitee von Medizinern und Klerikern und verteilte eine Broschüre mit dem Titel "Prospekt für die Eröffnung eines neuen Versicherungsbüros mit verbesserten Anordnungen" aus. Die versprochenen Verbesserungen, niedrigere Beitragsätze und breitere Risikoabdeckung, sollte auf Menschen ausgeweitet werden, die mit Gicht, Asthma und anderen Krankheiten belastet waren.
Am 18. Juni 1824 wurde bei einer Besprechung in der Freimaurer-Taverne "The Freemason's Tavern" in der Londoner Great Queen Street eine Resolution zur Gründung der "Medical, Clerical and General Life Assurance Society" als Lebensversicherungsgesellschaft für Mediziner und Geistliche – die Akademiker der damaligen Zeit - verabschiedet und die Gesellschaft war gegründet. Der Marquis von Huntly wurde zum Präsidenten ernannt, während die Direktoren dazu bevollmächtigt wurden, geeignete Räume zu suchen und die Regeln und Bestimmungen für die Verwaltung der Gesellschaft auszuarbeiten.
Am 23. Juni 1824 begann schließlich mit der ersten Vorstandssitzung und dem Erstellen der ersten Versicherungspolice der Geschäftsbetrieb in der Great Russel Street Nr. 32 in Bristol. Der Gründer selbst, Dr. George Pinckard, stellte noch innerhalb dieser ersten Vorstandssitzung den Antrag auf eine Lebensversicherung im damaligen Wert von £ 500.
Die Antragsgenehmigung für diese erste Clerical Medical Versicherungspolice wurde unter der Auflage erstellt, dass die darin enthaltene Lebensversicherung keine Gültigkeit besitzt, sollte der Versicherte, in diesem Fall George Pinckard, den Tod außerhalb der Grenzen von Europa finden, auf nicht durch den „Court of Directions“ genehmigten Seereisen versterben oder aber bei einem damals noch üblichen Duell unterliegen.
Im Jahre 1825 wählte die Gesellschaft das lateinische Motto „Cavendo Tutus“ (Sicher durch Vorsorge) und änderte ihren Namen, indem sie der Kirche den Vorrang vor den Ärzten gab, zu „Clerical, Medical and General Life Assurance Society“. Zu dieser Zeit herrschte heftiger Wettbewerb auf dem Markt für Lebensversicherungen. Zwischen 1833 und 1840 wurden in England 47 Versicherungsgesellschaften gegründet. Allerdings hatte Clerical Medical einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, da sie als einzige Gesellschaft ihre Versicherungspolicen ausschließlich für Ärzte und Kirchenleute anbot. In den folgenden Jahren wurde der Angebotsumfang erweitert, und schon bald war die Gesellschaft die einzige, die „Personen mit abweichender Lebenserwartung“ versicherte, also solche, deren Sterblichkeitsrate über dem Durchschnitt lag.
Diese Entscheidung erfolgte zu einem historisch bedeutsamen Zeitpunkt, als in Großbritannien zahlreiche Krankheiten und Seuchen ausbrachen. Allein im Jahr 1839 starben Tausende an Cholera Morbus, und in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden viele weitere Tausende Menschen Opfer einer Grippewelle (Influenza). Nicht wenige davon waren bei Clerical Medical versichert.
Im Verlauf Ihrer Geschichte hat Clerical Medical zahlreiche berühmte Persönlichkeiten versichert. So wurden bspw. für die Britische Königin Victoria gleich mehrere Lebensversicherungen abgeschlossen, noch bevor sie 1837 den Thron bestieg. Anlässlich ihres diamantenen Jubiläums im Jahr 1897 wurde sie erneut versichert, und auch ihr Prinzgemahl Albert, als auch Benjamin Disraeli, bevorzugter Premierminister der Königin, waren bei Clerical Medical versichert.
Im Jahr 1885 traf Sir John Mowbray im Hause Clerical Medical die Entscheidung, gemischte Lebensversicherungen für den Überlebensfall einzuführen.
Der Erster Weltkrieg von 1914 bis 1918 bedeutete für Clerical Medical eine schwere Prüfung, denn von 80 zu Beginn des Krieges beschäftigten Mitarbeitern meldeten sich mehr als die Hälfte (48 Beschäftigte) zum Kriegsdienst. Die Ressourcen der Gesellschaft wurden dadurch stark geschwächt und trotz des Leitspruchs „Das Geschäft geht weiter“ (Business as usual) musste die Geschäftstätigkeit so gut wie eingestellt werden. Doch aufgrund der sicheren Finanzlage der Gesellschaft konnte der Vorsitzende 1916 – also während des Krieges – trotz allem eine Dividende ausschütten.
Im Jahre 1923 beantragte der italienische Diktator Benito Mussolini eine Versicherungspolice bei Clerical Medical. Sein Antrag wurde jedoch als unannehmbares Risiko abgelehnt, obwohl er – angesichts seines Endes recht prophetisch – anbot, das Attentatsrisiko auszuschließen.
1929 setzte Clerical Medical seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Lebensversicherungen fort, und führte als erste britische Lebensversicherungsgesellschaft überhaupt die Verwaltung von Spareinlagen als Mischung von Versicherung auf den Todes- und Erlebensfall und Vermögensverwaltung ein.
1955 wurde mit dem Verkauf von Rentenversicherungspolicen begonnen.
1961 wurde Clerical Medical durch ein Parlamentsgesetz in einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit umgewandelt, so dass die Gesellschaft keine Dividenden an Aktionäre mehr zu zahlen brauchte, sondern alleiniges Eigentum ihrer Versicherungsnehmer wurde.
1974 feierte Clerical Medical sein 150-jähriges Bestehen. Die Gesellschaft wurde durch Parlamentsgesetz in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und das Rentenfondsmanagement wurde eingeführt.
1981 wurde die Firma Clerical Medical Managed Funds Limited gegründet. Ihre Hauptgeschäftstätigkeit besteht in der Abwicklung von langfristigen Versicherungsgeschäften im Rahmen von Verträgen über das Fondsmanagement.
1984 wurde Clerical Medical Unit Trust Managers Limited (CMUTM) für das Management eines umfangreichen Angebots von Investmentfonds gegründet.
Im Jahr 1987 schließlich gründete Clerical Medical seine ersten internationalen Tochtergesellschaften, vornehmlich um internationalen Kapitalanlegern Zugang zu umfangreichen Investment- und Versicherungsprodukten zu bieten.
1995 erweiterte Clerical Medical seine Geschäftstätigkeit auf Deutschland und brachte dort sein erstes Produkt auf den Markt. Ein Jahr später begann der Markteintritt in Österreich.
Am 1. Januar 1997 erwarb die Halifax Group die Clerical Medical and General Life Assurance Society zum Preis von rund 800 Millionen Pfund. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auf Gegenseitigkeit wurde auf die Clerical Medical Investment Group Limited als Teil der Halifax Group übertragen.
1998 führte Clerical Medical Investment Group Limited das erste Produkt auf dem italienischen Markt ein. In den Folgejahren erweiterte Clerical Medical seine internationale Tätigkeit mit Niederlassungen auf der britischen Isle of Man, in Hongkong, in Luxemburg sowie den Niederlanden.
1999 wurde die europäische Niederlassung in Maastricht für die Verwaltung von Produkten auf dem europäischen Festland eröffnet.
Im Juli 2000 wurde Clerical Medical International in die beiden Hauptgeschäftsbereiche Clerical Medical Europe und Clerical Medical Offshore unterteilt. Clerical Medical International wurde in Luxemburg etabliert, um vornehmlich das Europa-Geschäft von dort aus zu betreuen, wohingegen Clerical Medical Offshore, mit Sitz auf der Isle of Man, sich primär auf den Markt der Kanalinseln sowie auf Asien und den Nahen Osten konzentrieren sollte.
Am 1. Januar 2001 wurde Clerical Medical Investment Management Limited (CMIM) das gesamte Fondsmanagement der Halifax Group übertragen. Die zweifellos größte Veränderung für Clerical Medical folgte jedoch im Anschluss am 4. Mai 2001, als die Vorstände der Bank of Scotland und Halifax ihre Vereinbarung über eine Fusion zur Schaffung der HBOS Group ankündigten, die dann innerhalb von vier Monaten am 10. September 2001 wirksam wurde.
Im August 2003 eröffnete Clerical Medical ein Büro in der österreichischen Hauptstadt Wien und restrukturierte gleichzeitig das Vertriebsmodell für Österreich. Die neue Vertriebsstruktur, die auch den direkten Kontakt mit Versicherungsmaklern vorsah, hatte das österreichische Verkaufsnetz beträchtlich gestärkt: Im Februar 2004 waren bereits mehr als 400 Makler bei Clerical Medical in Österreich registriert.
Im März 2004 wurde die italienische Niederlassung von Clerical Medical Investment Group Limited in Mailand eingerichtet, welche einen engeren Kontakt zum italienischen Vertriebssystem ermöglichte.
Seit Januar 2009 gehört Clerical Medical, auf Grund der Übernahme der HBOS Group durch Lloyds TSB im Zuge der weltweiten Finanzkrise, zur neu gegründeten Lloyds Banking Group.
Clerical Medical in Deutschland
Seit 1995 werden in Deutschland Versicherungs- und Investmentlösungen für Kunden der Clerical Medical vertrieben. Dazu gehören primär Produkte aus dem Bereich der Rentenversicherungen, Lebensversicherungen sowie Basisrenten.
Im September 2005 übernahm die HBOS-Gruppe in Deutschland die MLP Lebensversicherung AG, eine Tochtergesellschaft der MLP AG, für ca. 270 Millionen Euro. Diese firmiert seit Anfang 2006 unter dem Namen „Heidelberger Lebensversicherung AG“ mit Sitz in Heidelberg.
Im Januar 2006 wurde das Vertriebsmodell für Deutschland grundlegend geändert, indem die bis dato gültige Vertriebsstruktur über sog. Premium Distributoren zu einer einheitlichen Vertriebsorganisation der „CMH Vertriebs Service GmbH“ zusammengeführt wurde. Die HBOS-Gruppe übernahm dabei die Mehrheitsanteile der Vertriebsgesellschaften Securum AG, Vertriebs Service Partner GmbH & Co KG (VSP) sowie der Europäischen Marketing & Finanzmanagement AG (EMF AG) und bietet seitdem in Deutschland die exklusive Vertriebsbetreuung für deutsche und britische Produktlösungen aus einer Hand.
Aufgrund der Rolle von Clerical Medical als reiner Produktanbieter kann das Unternehmen allerdings seinen Kunden keine direkte Beratung in Bezug auf die Eignung von Clerical Medical-Produkten für ihre spezifischen Anforderungen anbieten. Die Beratung der Kunden erfolgt durch unabhängige Vermittler, die gegenüber den Kunden auch die Beratungsverantwortung haben.
In Deutschland hebt sich Clerical Medical vor allem durch umfangreiches Investment Know How, langjährige Erfahrung aus ihrer über 180-jährigen Geschichte, hohe Transparenz und Flexibilität hervor.
Unabhängige Ratingagenturen wie zum Beispiel Fitch (A+), Standard & Poor`s (AA-) und Moody's (A1) sowie die deutsche Fachpresse bewerten Clerical Medical überwiegend positiv und finanzstark.
Produkte von Clerical Medical in Deutschland
- Lebensversicherung
- Rentenversicherung (Erlebensversicherung)
- Basisrentenprodukte
- Berufsunfähigkeitszusatzversicherung
Weblinks
- Deutsche offizielle Webseite der Clerical Medical
- Österreichische offizielle Website der Clerical Medical
- Italienische offizielle Webseite der Clerical Medical
- Internationale offizielle Webseite der Clerical Medical
- Deutsche offizielle Webseite der Heidelberger Leben
- Internationale offizielle Webseite der Llyods Banking Group
