Hintergrund:Kapitallebensversicherung

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Kapital-Lebensversicherung

Die Kapital-Lebensversicherung ist die mit Abstand am meisten gefragte Lebensversicherung in Deutschland. Grund hierfür ist zum einen das allgemein zunehmende Bedürfnis einer privaten Altersvorsorge und zum anderen die steuerliche Begünstigung dieses Versicherungsprodukts. Wird die Versicherung nach 12 Jahren Laufzeit oder später ausgezahlt, unterliegen die in dieser Summe enthaltenen Überschußanteile nicht der Kapitalertragsteuer.

Eine Kapitallebensversicherung bietet doppelte Sicherheit. Einerseits ist sie Vorsorge für den Todesfall, zum anderen sammelt sie für den Erlebensfall Versorgungskapital an. Die Höhe der Versicherungsleistung ist abhängig von Beitrag, Laufzeit, Eintrittsalter und Geschlecht. Aus steuerlichen Gründen ist eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren zu empfehlen.

Bei der üblichen kapitalbildenden Lebensversicherung ist die Versicherungssumme für den Todes- und den Erlebensfall (Ablaufdatum) gleich hoch. Die garantierte Versicherungssumme erhöht sich durch die Überschußbeteiligung.


Die Kapital-Lebensversicherung ist in erster Linie als Alternative zur reinen Geldanlage, z.B. dem Investmentsparen, anzusehen. Hauptziel ist mithin die Altersvorsorge im Sinne einer finanziellen Optimierung der Lebensverhältnisse im Alter. Kombiniert wird der die Kapital-Lebensversicherung charakterisierende Sparvorgang immer mit dem Risikoschutz - also einer finanziellen Leistung im Falle des Todes des Versicherungsnehmers während der Vertragslaufzeit (zu weiteren Kombinationsmöglichkeiten, insb. dem wichtigen Berufsunfähigkeitsschutz nachfolgend noch weitere Ausführungen). Stirbt der Versicherte vor Vertragsablauf, erhalten die Hinterbliebenen die volle Versicherungssumme zuzüglich angefallener Überschußanteile. Im Erlebensfall, d.h. bei Erreichen des vertraglich festgelegten Endalters, wird die Versicherungssumme zuzüglich der Überschußbeteiligung (durch Kapitalbildung angesammelte Zinsen) an den Versicherungsnehmer ausgezahlt.


Wie hoch bei Erreichen des vertraglich festgelegten Endalters die Ablaufleistung sein wird, d.h. der Auszahlungsbetrag, der sich aus garantierter Versicherungssumme und Überschußbeteiligung zusammensetzt, kann niemand genau vorhersagen. Die Lebensversicherungsunternehmen arbeiten hier mit Beispielrechnungen, die i.d.R. unterstellen, dass Zustände der Vergangenheit - wie z.B. die in den letzten Jahren erzielte Gewinne - für die gesamte zukünftige Vertragslaufzeit bestehen. Diese Beispielrechnungen sind nicht verbindlich, geben aber einen Anhaltspunkt, vor allem dann, wenn Sie auch Alternativrechnungen im Hinblick auf die Ablaufleistung bei verschiedenen "Zins-Szenarien" enthalten.

Die in der Kapitallebensversicherung enthaltene Kapitalbildung führt in der Regel zu keiner attraktiven Rendite. Dies liegt zunächst einmal daran, dass der Versicherer relativ hohe Abschluss- und Verwaltungskosten vom gezahlten Beitrag abzieht und er einen weiteren Teil des Beitrages für den Todesfallschutz vereinnahmt. Nur das, was übrig bleibt, wird mit einer Mindestverzinsung von zur Zeit 3,25% vom Versicherer angelegt. Die garantierte Verzinsung des gesamten Beitrages ist folglich wesentlich geringer.


Tipp: Unter steuerlichen Gesichtspunkten kann eine Kapital-Lebensversicherung eventuell sinnvoll als Tilgungsinstrument bei der Finanzierung vermieteten (also nicht selbstbewohnten!) Wohneigentums eingesetzt werden, da die jeweiligen Beiträge zur Kapital-Lebensversicherung steuerlich in voller Höhe gelten gemacht werden können (bei Annuitätendarlehen der Banken kann nur der immer kleiner werdende Zinsanteil an der Annuität steuerlich abgesetzt werden) .

Tipp: Steuerbegünstigt wird die Kapital-Lebensversicherung besonders auch im Rahmen der Direktversicherung, bei der die Beiträge aus Gehaltsanteilen erbracht werden, die nur einem geringen Steuersatz unterliegen.

Abstimmung auf individuelle Verhältnisse

Statt gleich hoher Versicherungssummen für den Todes- und den Erlebensfall ist es auch möglich, den Versicherungsschutz individuell, also Ihrem persönlichen Sicherungsbedarf entsprechend, maßzuschneidern. Bei einer jungen Familie dürfte z.B. das Todesfall-Risiko - die Absicherung der Hinterbliebenen bei Tod des Versicherten - zunächst eine wesentlich höhere Priorität haben, als die Versorgung im Erlebensfall, wenn zum Sparen überhaupt ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Hier bietet sich an, eine kapitalbildende Lebensversicherung abzuschließen, bei der die im Todesfall ausgezahlte Versicherungssumme beispielsweise das Doppelte oder ein Mehrfaches der im Erlebensfall gezahlten Summe beträgt. Dieser zusätzliche Todesfallschutz wirkt sich allerdings mehr oder weniger deutlich renditemindernd aus, da ein geringer Teil des Gesamtbeitrags auf den Sparvorgang entfällt.

Dynamisierung

Bei Abschluß einer Kapital-Lebensversicherung sollten Sie bedenken, dass Ihr Einkommen und Ihr Lebensstandard mit der Zeit wachsen. Damit ergeben sich wachsende Ansprüche an die spätere Versorgung und damit an die Höhe der Versicherungssumme. Bei einer dynamischen Lebensversicherung erhöhen sich Versicherungssummen und Beiträge in regelmäßigen Abständen. Maßstab für die Erhöhung ist meistens die Steigerung des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung. Einige Lebensversicherungsunternehmen bieten hier feste Prozentsätze der Dynamisierung an. Auch Zuwachs in der Familie oder beruflicher Aufstieg sollten zum Anlaß genommen werden, den Versicherungsschutz zu überprüfen und an die neue Lebenssituation anzupassen.

Zusatzversicherungen

In eine Kapital-Lebensversicherung können zahlreiche Zusatzversicherungen eingeschlossen werden. Insbesondere sind hier Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ), der Unfallzusatz sowie der Pflegezusatz zu erwähnen. Der Pflegezusatz schließt eine lebenslange Pflegeversicherung mit ein.

Der Unfallzusatz schließt meistens einen Versicherungsschutz in gleicher Höhe der Versicherungssumme für den Unfalltod mit ein. In einem solchen Fall würde also die doppelte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt.

Den Berufsunfähigkeitszusatz gibt es in zwei Varianten. Zum einen als Vereinbarung einer Beitragsbefreiung bei mehr als 50% Invalidität, d.h., dass Sie zum vereinbarten Auszahlungszeitpunkt die volle Erlebensfalleistung erhalten, ab dem Zeitpunkt ihrer Invalidität jedoch keine Beiträge mehr leisten müssen. Darüber hinaus kann auch eine sog. Berufsunfähigkeitsrente vereinbart werden. Hier erhalten Sie im Fall der Berufsunfähigkeit neben der durch die Betragsbefreiung gesicherten Altersvorsorge noch eine monatliche Versorgung in Form einer Rente in vereinbarter Höhe. Beide Formen, insbesondere die Berufsunfähigkeitsrente, wirken sich jedoch nachhaltig auf die aus der Kapital-Lebensversicherung zu erwartende Ablaufleistung aus.


Tipp: Durch den Abschluß einer günstigen Unfallversicherung kann der gleiche Versicherungsschutz oft zum halben Preis erhalten werden.



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