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Versicherungswiki

Dread-Di·sea·se-Ver·si·che·rung

die; Substantiv, feminin · Schwere-Krankheiten-Schutz

Kurz erklärt

Die Dread-Disease-Versicherung zahlt eine einmalige Kapitalsumme bei Diagnose einer im Vertrag festgelegten schweren Krankheit wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie wird auch Schwere-Krankheiten-Versicherung genannt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dread-Disease-Versicherung zahlt bei Diagnose einer im Vertrag definierten schweren Krankheit eine einmalige Kapitalsumme.
  • Versichert sind typischerweise Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall, je nach Tarif auch Multiple Sklerose oder Demenz.
  • Anders als die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet sie keine monatliche Rente, sondern einen festen Einmalbetrag.
  • Gezahlt wird nur, wenn die Erkrankung den vertraglich festgelegten Schweregrad erreicht.

Was ist eine Dread-Disease-Versicherung?

Die Dread-Disease-Versicherung, auch Schwere-Krankheiten-Versicherung oder Schwere-Krankheiten-Vorsorge genannt, ist eine private Summenversicherung. Sie zahlt dem Versicherten eine vorab vereinbarte Kapitalsumme aus, sobald bei ihm eine der im Vertrag genannten schweren Krankheiten diagnostiziert wird. Der Begriff stammt aus dem angelsächsischen Raum, wo eng gefasste Policen für genau definierte Ereignisse verbreitet sind.

Entscheidend ist der vereinbarte Leistungskatalog. Nur die dort aufgeführten Diagnosen lösen eine Zahlung aus, und dies meist erst ab einem definierten Schweregrad. Über die Verwendung der Summe entscheidet der Versicherte frei, etwa für Behandlungskosten, den barrierefreien Umbau der Wohnung oder den Ausgleich wegfallenden Einkommens.

Dread-Disease oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Beide Produkte sichern gesundheitliche Risiken ab, funktionieren aber unterschiedlich. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn der Versicherte seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, unabhängig von der konkreten Diagnose. Die Dread-Disease-Versicherung koppelt die Leistung dagegen allein an eine benannte Diagnose.

Merkmal Dread-Disease-Versicherung Berufsunfähigkeitsversicherung
Leistung einmalige Kapitalsumme monatliche Rente
Auslöser Diagnose einer definierten Krankheit Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent
Krankheit relevant? ja, nur Katalog-Diagnosen nein, Ursache spielt keine Rolle

Wer eine tatsächliche Berufsunfähigkeit absichern will, ist mit der BU meist besser bedient. Die Dread-Disease-Versicherung eignet sich eher als Ergänzung oder wenn eine BU aus gesundheitlichen Gründen nicht zustande kommt.

Häufige Fragen zu Dread-Disease-Versicherung

Welche Krankheiten sind abgesichert?

Das hängt vom jeweiligen Tarif ab. Üblich sind Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall, viele Verträge nennen zusätzlich Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Nierenversagen oder Demenz.

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Es besteht kein Anspruch, wenn die Krankheit nicht im Katalog steht oder den vereinbarten Schweregrad nicht erreicht. Auch falsche Angaben zu Gesundheitsfragen bei Antragstellung können die Leistung gefährden, da der Versicherer nach § 19 VVG zurücktreten kann.

Ersetzt sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nein. Sie leistet nur bei bestimmten Diagnosen und zahlt einmalig statt einer laufenden Rente. Eine Berufsunfähigkeit durch andere Ursachen, etwa psychische Erkrankungen, ist damit nicht abgedeckt.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 19 VVG (Versicherungsvertragsgesetz), vorvertragliche Anzeigepflicht und Rücktrittsrecht des Versicherers: gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__19.html
  2. Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV), dieversicherer.de: Dread-Disease-Versicherung

Redaktion & Aktualität

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung