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Versicherungswiki

Scha·den·häu·fig·keit

die; Substantiv, feminin · Schadenfrequenz

Kurz erklärt

Die Schadenhäufigkeit ist die Anzahl der Schäden je versicherter Einheit und Zeitraum. Sie ist eine zentrale Kalkulationsgröße und bestimmt mit dem Schadendurchschnitt den Schadenbedarf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schadenhäufigkeit (auch Schadenfrequenz) gibt an, wie viele Schäden in einem Bestand je versicherter Einheit und Zeitraum eintreten.
  • Berechnet wird sie als Anzahl der Schäden geteilt durch die Anzahl der versicherten Risiken, meist als Prozent oder Promille eines Jahres.
  • Zusammen mit dem Schadendurchschnitt ergibt sie den Schadenbedarf, also die reine Risikoprämie je Vertrag.
  • Sie ist eine statistische Kalkulationsgröße, kein gesetzlich definierter Begriff.

Was ist die Schadenhäufigkeit?

Die Schadenhäufigkeit beschreibt das Verhältnis zwischen der Zahl der eingetretenen Schäden und der Zahl der versicherten Einheiten in einem festgelegten Zeitraum, üblicherweise einem Jahr. Sie zählt zu den zentralen Größen, mit denen Versicherer das Risiko eines Bestands messen und Beiträge kalkulieren.

Die Formel lautet:

Schadenhäufigkeit = Anzahl der Schäden geteilt durch Anzahl der versicherten Risiken

Das Ergebnis wird oft in Promille ausgedrückt, also je 1.000 Verträge. Eine Schadenhäufigkeit von 25 Promille bedeutet, dass im Beobachtungszeitraum je 1.000 Verträge 25 Schäden gemeldet wurden. Ob ein Vertrag dabei einen oder mehrere Schäden meldet, spielt für die reine Frequenz keine Rolle, hier zählt die Zahl der Schadenfälle.

Die Schadenhäufigkeit sagt nichts über die Höhe der Schäden aus. Dafür steht die zweite Grundgröße, der Schadendurchschnitt, also der durchschnittliche Aufwand je Schadenfall.

Schadenhäufigkeit und Schadenbedarf

Erst im Zusammenspiel mit dem Schadendurchschnitt wird die Schadenhäufigkeit für die Beitragskalkulation nutzbar. Das Produkt beider Größen ergibt den Schadenbedarf, auch Nettorisikoprämie oder erwarteter Schadenaufwand je Vertrag genannt:

Schadenbedarf = Schadenhäufigkeit mal Schadendurchschnitt

Ein Rechenbeispiel: Bei einer Schadenhäufigkeit von 25 Promille und einem Schadendurchschnitt von 20.000 Euro ergibt sich ein Schadenbedarf von 500 Euro je Vertrag. Auf diesen kalkulatorischen Kern schlägt der Versicherer anschließend Kosten, Sicherheitszuschläge und die Versicherungsteuer, bis der zu zahlende Beitrag feststeht.

Versicherer schätzen die Schadenhäufigkeit aus der Statistik großer Bestände. Je homogener und größer die betrachtete Risikogruppe ist, desto verlässlicher lässt sich der künftige Schadenverlauf vorhersagen. Steigt die beobachtete Frequenz dauerhaft, etwa durch häufigere Wetterereignisse oder mehr Einbrüche, führt das in der Regel zu höheren Beiträgen.

Häufige Fragen zur Schadenhäufigkeit

Was ist der Unterschied zwischen Schadenhäufigkeit und Schadenquote?

Die Schadenhäufigkeit zählt nur die Anzahl der Schäden je Risiko. Die Schadenquote setzt dagegen den gesamten Schadenaufwand ins Verhältnis zu den Beitragseinnahmen und misst damit die Wirtschaftlichkeit eines Bestands.

Wird die Schadenhäufigkeit in Prozent oder Promille angegeben?

Beides ist möglich. In der Sachversicherung ist die Angabe in Promille verbreitet, weil Schäden je 1.000 Verträge oft anschaulicher sind als kleine Prozentwerte.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 138 Absatz 1 VAG, Prämienkalkulation, Grundsatz der versicherungsmathematisch angemessenen Kalkulation (gesetze-im-internet.de).
  2. GDV, Gesamtverband der Deutschen Versicherer, Fachbegriffe zur Versicherungstechnik und Kalkulation.

Redaktion & Aktualität

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung