Kom·pass Na·tur·ge·fah·ren
der; Wortgruppe · GDV-Informationstool
Kurz erklärt
Der Kompass Naturgefahren ist ein Informationsangebot des GDV zur Einschätzung von Naturgefahren wie Hochwasser und Starkregen für konkrete Adressen. Er stützt sich auf das Zonierungssystem ZÜRS.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Kompass Naturgefahren ist ein kostenloses Online-Portal des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) unter kompass-naturgefahren.de.
- Er zeigt orts- und adressbezogen, wie stark ein Standort durch Hochwasser, Starkregen, Sturm, Hagel und weitere Naturgefahren bedroht ist.
- Datengrundlage ist das Zonierungssystem ZÜRS Geo, das Adressen beim Flusshochwasser vier Gefährdungsklassen zuordnet.
- Das Ergebnis hilft bei der Entscheidung, ob ein Elementarschutz zur Gebäude- oder Hausratversicherung sinnvoll ist.
Was ist der Kompass Naturgefahren?
Der Kompass Naturgefahren ist ein Informationsangebot des GDV, mit dem sich Mieter, Eigentümer und Gewerbetreibende kostenlos über die Naturgefahren an einem konkreten Standort informieren können. Nach Eingabe einer Adresse oder Postleitzahl zeigt das Portal farblich abgestuft, wie hoch das Risiko durch Überschwemmung, Starkregen, Sturm, Hagel, Blitzschlag und Erdbeben ausfällt. Das Angebot ersetzt keine individuelle Beratung, liefert aber eine erste Einschätzung der Gefährdungslage.
Der Kompass ist bewusst laienverständlich aufgebaut. Fachlich detailliertere Daten für die Versicherungswirtschaft stehen über ZÜRS Geo bereit, das nicht öffentlich zugänglich ist. Der Kompass Naturgefahren ist die für die Allgemeinheit gedachte Ansicht dieser Daten.
Wie ZÜRS und die Gefährdungsklassen zusammenhängen
Grundlage des Kompass ist das ZÜRS Geo (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen), ein geografisches Informationssystem der Versicherer, das seit 2001 besteht. Für das Hochwasser durch Flüsse ordnet ZÜRS jede Adresse einer von vier Gefährdungsklassen (GK) zu:
| Gefährdungsklasse | Bedeutung |
|---|---|
| GK1 | sehr geringes Risiko, statistisch seltener als einmal in 200 Jahren betroffen |
| GK2 | Hochwasser seltener als einmal in 100 Jahren |
| GK3 | Hochwasser einmal in 10 bis 100 Jahren |
| GK4 | Hochwasser mindestens einmal in 10 Jahren |
Die Gefährdungsklassen beruhen auf den öffentlich-rechtlichen Hochwassergefahrenkarten, die die zuständigen Behörden nach § 74 WHG erstellen und regelmäßig aktualisieren. Für Starkregen und Sturzfluten arbeitet der Kompass mit gesonderten Gefahrenstufen, weil sich diese Ereignisse kaum an Flussläufe binden lassen.
Was der Check für den Versicherungsschutz bedeutet
Standardpolicen der Wohngebäudeversicherung und der Hausratversicherung decken Schäden durch Überschwemmung, Starkregen oder Rückstau nicht ab. Dafür braucht es die Erweiterung um Elementarschäden, den sogenannten Elementarschutz. Der Kompass Naturgefahren und der darauf aufbauende Naturgefahren-Check helfen einzuschätzen, wie dringend dieser Schutz für einen Standort ist. Auch in Gefährdungsklasse 1 kann Starkregen zu Schäden führen, weil er nahezu jeden Ort treffen kann.
Häufige Fragen zu Kompass Naturgefahren
Ist der Kompass Naturgefahren kostenlos?
Ja. Das Portal des GDV lässt sich ohne Anmeldung und ohne Gebühr nutzen.
Was ist der Unterschied zu ZÜRS Geo?
ZÜRS Geo ist das interne, detaillierte System der Versicherer. Der Kompass Naturgefahren ist die kostenlose, öffentliche Ansicht dieser Daten für Privatpersonen.
Bedeutet eine niedrige Gefährdungsklasse, dass kein Schutz nötig ist?
Nein. Die Klassen bewerten vor allem das Flusshochwasser. Starkregen kann fast jeden Standort treffen, weshalb Elementarschutz meist trotzdem sinnvoll ist.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 74 WHG (Wasserhaushaltsgesetz), Gefahrenkarten und Risikokarten, gesetze-im-internet.de.
- GDV, Kompass Naturgefahren (kompass-naturgefahren.de) und ZÜRS Geo, Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen.
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Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung