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Versicherungswiki

Scha·den·durch·schnitt

der; Substantiv, maskulin · mittlere Schadenhöhe

Kurz erklärt

Der Schadendurchschnitt ist die durchschnittliche Höhe eines Schadens je Schadenfall. Zusammen mit der Schadenhäufigkeit ist er eine Grundgröße der Beitragskalkulation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Schadendurchschnitt ist die durchschnittliche Höhe eines Schadens je Schadenfall, gemessen in Euro.
  • Er ergibt sich aus dem gesamten Schadenaufwand geteilt durch die Anzahl der Schäden in einem Zeitraum.
  • Zusammen mit der Schadenhäufigkeit bildet er den Schadenbedarf, eine zentrale Grundgröße der Beitragskalkulation.

Was ist der Schadendurchschnitt?

Der Schadendurchschnitt bezeichnet die durchschnittliche Höhe eines einzelnen Schadens innerhalb eines Versicherungsbestands. Er beantwortet die Frage, wie teuer ein Schadenfall im Mittel ausfällt. Er sagt dagegen nichts darüber aus, wie oft Schäden überhaupt eintreten. Für diese zweite Frage ist die Schadenhäufigkeit zuständig.

Berechnet wird der Schadendurchschnitt, indem der gesamte Schadenaufwand eines Zeitraums durch die Anzahl der in diesem Zeitraum gemeldeten Schäden geteilt wird:

Schadendurchschnitt = Schadenaufwand geteilt durch Anzahl der Schäden

Ein Beispiel: Zahlt ein Versicherer in einem Jahr 4 Millionen Euro für 2.000 Schäden, liegt der Schadendurchschnitt bei 2.000 Euro je Fall. Ob dieser Wert hoch oder niedrig ist, hängt stark von der Sparte ab. In der Kfz-Haftpflicht können einzelne Personenschäden den Durchschnitt deutlich nach oben ziehen, in der Hausratversicherung fallen Schäden im Mittel kleiner aus.

Warum der Schadendurchschnitt den Beitrag beeinflusst

Versicherer kalkulieren ihre Beiträge nach dem Äquivalenzprinzip: Die Prämie soll die zu erwartenden Leistungen und Kosten decken. Dafür schätzen sie zwei Grundgrößen, nämlich wie häufig Schäden eintreten und wie hoch sie im Schnitt ausfallen. Das Produkt beider Werte ist der Schadenbedarf.

Schadenbedarf = Schadenhäufigkeit mal Schadendurchschnitt

Der Schadenbedarf gibt den durchschnittlichen Schadenaufwand je Vertrag und Jahr an und bildet den Kern der Nettoprämie. Auf diesen Betrag schlägt der Versicherer noch Kosten, Sicherheitszuschläge und Gewinnanteil auf. Steigt der Schadendurchschnitt, etwa durch höhere Reparatur- oder Baukosten, wächst bei gleicher Häufigkeit auch der Beitrag.

Häufige Fragen zu Schadendurchschnitt

Wie unterscheidet sich der Schadendurchschnitt von der Schadenhäufigkeit?

Der Schadendurchschnitt misst die Höhe eines Schadens in Euro, die Schadenhäufigkeit die Anzahl der Schäden je Zahl versicherter Risiken. Erst beide Größen zusammen ergeben ein vollständiges Bild.

Ist der Schadendurchschnitt für alle Kunden gleich?

Nein. Versicherer bilden Risikogruppen, etwa nach Region, Fahrzeugtyp oder Gebäudeart. Innerhalb dieser Gruppen können Schadendurchschnitt und damit der Beitrag deutlich voneinander abweichen.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 138 VAG (Grundsätze der Prämienkalkulation in der Lebensversicherung, angemessene versicherungsmathematische Annahmen; das zugrunde liegende Äquivalenzprinzip gilt sinngemäß auch in der Schaden- und Unfallversicherung), gesetze-im-internet.de
  2. GDV, versicherungstechnische Grundgrößen und Schadenstatistik

Redaktion & Aktualität

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung