Zum Inhalt springen
Versicherungswiki

Leib·ren·te

die; Substantiv, feminin · lebenslange Rente

Kurz erklärt

Die Leibrente ist eine regelmäßige, meist lebenslange Zahlung bis zum Tod des Berechtigten (§§ 759 ff. BGB). Steuerlich wird nur ihr Ertragsanteil erfasst, dessen Höhe vom Alter bei Rentenbeginn abhängt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Leibrente ist eine regelmäßige Geldzahlung, die an die Lebenszeit einer Person gebunden ist und im Zweifel bis zu deren Tod läuft (§ 759 BGB).
  • In der Rentenversicherung bezeichnet Leibrente die lebenslange Altersrente, also die laufende Auszahlung nach Rentenbeginn.
  • Steuerlich wird eine private Leibrente nicht in voller Höhe erfasst, sondern nur mit dem Ertragsanteil (§ 22 Nr. 1 EStG). Wie hoch dieser ist, hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab.
  • Von der Leibrente abzugrenzen ist die befristete Zeitrente, die nur für einen festen Zeitraum gezahlt wird und mit dem Tod nicht zwingend endet.

Was ist eine Leibrente?

Eine Leibrente ist eine wiederkehrende Leistung, die an das Leben eines Menschen geknüpft ist. Der Berechtigte erhält in gleichbleibenden Zeitabständen einen Geldbetrag, und zwar so lange, wie die maßgebliche Person lebt. Endet dieses Leben, endet grundsätzlich auch die Zahlungspflicht. Der Begriff stammt aus dem Zivilrecht: Die §§ 759 bis 761 BGB regeln das Leibrentenversprechen. Nach § 759 BGB ist die Rente im Zweifel für die Lebensdauer des Gläubigers zu entrichten. Eine Geldrente ist nach § 760 BGB für drei Monate im Voraus zu zahlen. Das Versprechen einer Leibrente bedarf nach § 761 BGB der schriftlichen Erteilung, soweit nicht ohnehin eine strengere Form vorgeschrieben ist.

Charakteristisch ist das sogenannte Langlebigkeitsrisiko, das der Zahlende trägt: Wird der Berechtigte sehr alt, muss über einen langen Zeitraum weitergezahlt werden. Umgekehrt kann die Zahlungspflicht bei frühem Tod schnell enden. Genau dieses Element unterscheidet die Leibrente von einer festen Ratenzahlung, deren Gesamtsumme von vornherein feststeht.

Leibrente in der Rentenversicherung

Im Versicherungsalltag begegnet die Leibrente vor allem als Auszahlungsform der Altersvorsorge. Wer eine private Rentenversicherung abschließt und sich zu Rentenbeginn für die Verrentung entscheidet, erhält eine lebenslange Leibrente statt einer einmaligen Kapitalauszahlung. Die Höhe ergibt sich aus dem angesparten Kapital und dem Rentenfaktor. Auch die Sofortrente, bei der ein vorhandenes Kapital sofort in eine laufende Zahlung umgewandelt wird, ist eine Leibrente.

Weil eine reine Leibrente mit dem Tod endet, kann das eingesetzte Kapital bei frühem Ableben teilweise verfallen. Um das abzufedern, vereinbaren viele Verträge eine Rentengarantiezeit. In diesem Zeitraum wird die Rente auch dann an die Hinterbliebenen weitergezahlt, wenn die versicherte Person früher stirbt.

Wie wird eine private Leibrente besteuert?

Bei privaten Leibrenten, die nicht der Basisversorgung zuzurechnen sind, wird nur der Ertragsanteil versteuert (§ 22 Nr. 1 EStG). Der Ertragsanteil ist ein pauschaler Prozentsatz der Rente, der den in der Zahlung enthaltenen Zinsertrag abbilden soll. Der Rest gilt als steuerfreie Rückzahlung des eingesetzten Kapitals. Maßgeblich ist das vollendete Lebensjahr bei Rentenbeginn: Je später die Rente beginnt, desto niedriger fällt der steuerpflichtige Anteil aus. Der einmal festgelegte Prozentsatz bleibt dann für die gesamte Laufzeit gleich.

Alter bei Rentenbeginn Ertragsanteil
60 Jahre 22 Prozent
63 Jahre 20 Prozent
65 Jahre 18 Prozent
67 Jahre 17 Prozent

Anders liegt es bei Renten der Basisversorgung, etwa der gesetzlichen Rente oder der Basisrente. Diese unterliegen nicht der Ertragsanteilsbesteuerung, sondern der nachgelagerten Besteuerung mit einem gesonderten Besteuerungsanteil.

Leibrente und Zeitrente im Vergleich

Die Zeitrente ist das Gegenstück zur Leibrente. Sie wird für einen von vornherein festgelegten Zeitraum gezahlt, zum Beispiel über zehn oder fünfzehn Jahre. Ihr Ende hängt am Kalender, nicht am Leben einer Person.

Merkmal Leibrente Zeitrente
Dauer lebenslang fester Zeitraum
Ende der Zahlung mit dem Tod mit Fristablauf
Langlebigkeitsrisiko beim Zahlenden keines

Häufige Fragen zu Leibrente

Was bedeutet Leibrente einfach erklärt?

Eine Leibrente ist eine regelmäßige Zahlung, die so lange läuft, wie eine bestimmte Person lebt. Mit deren Tod endet sie im Regelfall.

Wird eine Leibrente voll versteuert?

Nein. Eine private Leibrente wird nur mit dem Ertragsanteil nach § 22 Nr. 1 EStG besteuert. Dessen Höhe richtet sich nach dem Alter bei Rentenbeginn.

Was passiert mit der Leibrente bei frühem Tod?

Eine reine Leibrente endet mit dem Tod, das noch nicht verbrauchte Kapital kann verfallen. Eine vereinbarte Rentengarantiezeit sichert die Zahlung für die Hinterbliebenen ab.

Worin unterscheiden sich Leibrente und Zeitrente?

Die Leibrente läuft lebenslang, die Zeitrente nur für einen festen Zeitraum. Bei der Zeitrente steht die Zahldauer bereits bei Vertragsschluss fest.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 759 BGB, Dauer und Betrag der Rente, gesetze-im-internet.de
  2. § 760 BGB, Vorauszahlung der Leibrente, gesetze-im-internet.de
  3. § 761 BGB, Form des Leibrentenversprechens, gesetze-im-internet.de
  4. § 22 Nr. 1 EStG, Ertragsanteilsbesteuerung wiederkehrender Bezüge, gesetze-im-internet.de

Redaktion & Aktualität

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung