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Versicherungswiki

Bei·trags·er·hal·tungs·ga·ran·tie

die; Substantiv, feminin · Kapitalgarantie

Kurz erklärt

Die Beitragserhaltungsgarantie sichert zu, dass zu Rentenbeginn oder Ablauf mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Bei der Riester-Rente sind 100 Prozent der Beiträge gesetzlich garantiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Beitragserhaltungsgarantie sichert zu, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen.
  • Bei der Riester-Rente ist eine 100-Prozent-Garantie gesetzlich vorgeschrieben (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 AltZertG).
  • Bis zu 20 Prozent der Beiträge dürfen für Absicherungen wie Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenschutz verwendet werden und zählen nicht zur Garantiesumme.
  • Die Garantie schützt vor Verlusten, begrenzt aber die Renditechancen.

Was ist eine Beitragserhaltungsgarantie?

Eine Beitragserhaltungsgarantie ist die Zusage eines Anbieters, dass zum Ende der Ansparphase mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge für die Rentenzahlung oder Auszahlung bereitsteht. Kursverluste während der Laufzeit werden dadurch aufgefangen. Der Sparer erhält im ungünstigsten Fall genau das zurück, was er eingezahlt hat, verliert also nominal kein Geld.

Bei der Riester-Rente ist diese Garantie kein freiwilliges Angebot, sondern gesetzliche Voraussetzung für die Zertifizierung und damit für die staatliche Förderung. Nach § 1 Abs. 1 Nr. 3 des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes (AltZertG) muss der Anbieter zusagen, dass zu Beginn der Auszahlungsphase zumindest die eingezahlten Altersvorsorgebeiträge zur Verfügung stehen. Dazu zählen die eigenen Beiträge und die staatlichen Zulagen.

Ein Teil der Beiträge kann von der Garantie ausgenommen sein: Bis zu 20 Prozent dürfen für einen zusätzlichen Versicherungsschutz eingesetzt werden, etwa gegen Erwerbsminderung oder zur Hinterbliebenenabsicherung. Diese Anteile fließen nicht in die garantierte Summe ein.

Merkmal Bedeutung
Garantieumfang mindestens 100 Prozent der eingezahlten Beiträge (bei Riester)
Enthalten eigene Beiträge plus staatliche Zulagen
Ausnahme bis zu 20 Prozent für Risikoschutz
Bezugszeitpunkt Beginn der Auszahlungsphase

Vorteil und Kehrseite der Garantie

Der Vorteil liegt in der Sicherheit: Das nominal eingezahlte Kapital bleibt erhalten, auch wenn Aktienmärkte einbrechen. Für sicherheitsorientierte Sparer ist das ein wichtiges Argument.

Die Kehrseite betrifft die Rendite. Damit die Garantie jederzeit erfüllbar ist, muss der Anbieter einen großen Teil des Kapitals konservativ und wenig renditeträchtig anlegen. In Niedrigzinsphasen bleibt dadurch wenig Spielraum für chancenreichere Investments. Zudem ist es eine reine Nominalgarantie: Der Kaufkraftverlust durch Inflation wird nicht ausgeglichen. Wer 30 Jahre lang einzahlt, bekommt zwar den Nennwert seiner Beiträge zurück, dessen reale Kaufkraft kann aber deutlich geringer sein.

Ergänzende Bausteine der Altersvorsorge ohne oder mit abgeschwächter Garantie bieten dagegen höhere Renditechancen bei entsprechend größerem Risiko.

Häufige Fragen zu Beitragserhaltungsgarantie

Gilt die Beitragserhaltungsgarantie auch für die Inflation?

Nein. Garantiert wird nur der Nominalwert der eingezahlten Beiträge. Ein Ausgleich für den inflationsbedingten Kaufkraftverlust ist nicht enthalten.

Ist eine 100-Prozent-Garantie bei jeder Altersvorsorge Pflicht?

Nein. Nur die Riester-Rente schreibt sie gesetzlich vor. Bei anderen Vorsorgeprodukten sind auch niedrigere oder gar keine Garantien möglich.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 1 Abs. 1 Nr. 3 Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG), gesetze-im-internet.de/altzertg/__1.html
  2. Bundeszentralamt für Steuern, Zertifizierung von Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen

Redaktion & Aktualität

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung