Scha·den-Kos·ten-Quo·te
die; Wortgruppe · Combined Ratio
Kurz erklärt
Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) ist die Summe aus Schaden- und Kostenquote im Verhältnis zu den Beiträgen. Ein Wert unter 100 Prozent bedeutet einen versicherungstechnischen Gewinn.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schaden-Kosten-Quote, international Combined Ratio, misst, wie profitabel ein Schaden- und Unfallversicherer sein eigentliches Versicherungsgeschäft betreibt.
- Sie ist die Summe aus Schadenquote und Kostenquote, jeweils bezogen auf die verdienten Beiträge.
- Ein Wert unter 100 Prozent bedeutet einen versicherungstechnischen Gewinn, ein Wert über 100 Prozent einen versicherungstechnischen Verlust.
- Je niedriger die Quote, desto rentabler arbeitet der Versicherer im Kerngeschäft.
Was ist die Schaden-Kosten-Quote?
Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) ist eine Kennzahl aus der Schaden- und Unfallversicherung, etwa der Haftpflichtversicherung, der Kfz- oder der Sachversicherung. Sie setzt die Aufwendungen für Versicherungsfälle und die Kosten des Versicherungsbetriebs ins Verhältnis zu den Beiträgen. Damit zeigt sie, ob ein Versicherer allein aus seinem Kerngeschäft heraus Gewinn erwirtschaftet, also ohne Kapitalerträge aus der Geldanlage.
Die Kennzahl setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen:
| Bestandteil | Was er misst |
|---|---|
| Schadenquote | Anteil der Beiträge, der für Schadenzahlungen und Rückstellungen verwendet wird |
| Kostenquote | Anteil der Beiträge für Abschluss und Verwaltung, etwa Provisionen und Verwaltungskosten |
Die Formel lautet also: Combined Ratio gleich Schadenquote plus Kostenquote. Liegt die Schadenquote zum Beispiel bei 70 Prozent und die Kostenquote bei 25 Prozent, ergibt sich eine Combined Ratio von 95 Prozent. Von jedem Euro Beitrag verbleiben dem Versicherer dann rechnerisch fünf Cent versicherungstechnischer Überschuss.
Was sagt ein Wert über oder unter 100 Prozent aus?
Die 100-Prozent-Marke ist die entscheidende Grenze. Ein Wert unter 100 Prozent bedeutet, dass die eingenommenen Beiträge ausreichen, um sowohl die Schäden als auch die Betriebskosten zu decken. Der Versicherer erzielt einen versicherungstechnischen Gewinn.
Liegt die Combined Ratio über 100 Prozent, reichen die Beiträge nicht aus. Es entsteht ein versicherungstechnischer Verlust, der in der Praxis häufig durch Erträge aus Kapitalanlagen ausgeglichen wird. Ein dauerhaft hoher Wert ist daher ein Warnsignal für die Ertragslage einer Sparte.
Die Kennzahl wird oft in zwei Varianten angegeben: brutto vor Abzug der Rückversicherung und netto nach Rückversicherung. Für den Vergleich zwischen Versicherern ist wichtig, dass jeweils dieselbe Bezugsgröße verwendet wird.
Häufige Fragen zur Schaden-Kosten-Quote
Was bedeutet eine Combined Ratio über 100 Prozent?
Sie zeigt einen versicherungstechnischen Verlust an, weil Schäden und Kosten zusammen höher sind als die verdienten Beiträge. Der Fehlbetrag muss dann aus anderen Quellen wie Kapitalerträgen gedeckt werden.
Worin unterscheiden sich Schadenquote und Combined Ratio?
Die Schadenquote erfasst nur die Aufwendungen für Versicherungsfälle. Die Combined Ratio addiert zusätzlich die Betriebskosten und gibt so ein vollständigeres Bild der Rentabilität.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 43 RechVersV (Versicherungsunternehmens-Rechnungslegungsverordnung), Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, gesetze-im-internet.de/rechversv
- RechVersV, Gliederung der versicherungstechnischen Gewinn- und Verlustrechnung (Beiträge, Aufwendungen für Versicherungsfälle, Betriebsaufwendungen)
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Statistik zur Schaden-Kosten-Quote der Schaden- und Unfallversicherung
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Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung