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Versicherungswiki

Le·bens·er·war·tung

die; Substantiv, feminin · erwartete Lebenszeit

Kurz erklärt

Die Lebenserwartung ist die durchschnittlich zu erwartende weitere Lebenszeit. Sie ist eine zentrale Größe der Renten- und Lebensversicherung und wird aus Sterbetafeln ermittelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lebenserwartung gibt an, wie viele Jahre eine Person eines bestimmten Alters im Durchschnitt noch zu leben hat.
  • Sie wird aus Sterbetafeln abgeleitet, also aus statistischen Sterbewahrscheinlichkeiten je Alter und Geschlecht.
  • In der Renten- und Lebensversicherung ist sie eine zentrale Rechnungsgrundlage und bestimmt das sogenannte Langlebigkeitsrisiko.
  • Nach der Sterbetafel 2023/2025 des Statistischen Bundesamtes liegt die Lebenserwartung neugeborener Jungen bei rund 78,8 Jahren, die neugeborener Mädchen bei rund 83,4 Jahren.

Was bedeutet Lebenserwartung?

Die Lebenserwartung bezeichnet die durchschnittlich zu erwartende weitere Lebenszeit einer Person, gemessen ab einem bestimmten Lebensalter. Man unterscheidet zwei Blickwinkel: die Lebenserwartung bei Geburt und die fernere Lebenserwartung, also die noch verbleibenden Jahre ab einem erreichten Alter. Ein 65-Jähriger hat statistisch eine höhere Gesamtlebensdauer als bei Geburt errechnet, weil er die frühen Sterberisiken bereits überstanden hat.

Berechnet wird die Lebenserwartung aus Sterbetafeln. Dabei setzt das Statistische Bundesamt die Zahl der Sterbefälle eines Zeitraums ins Verhältnis zur Bevölkerung im jeweiligen Altersjahr und leitet daraus die Sterbe- und Überlebenswahrscheinlichkeiten ab. Frauen haben dabei durchweg eine höhere Lebenserwartung als Männer.

Personengruppe Lebenserwartung bei Geburt
Neugeborene Jungen rund 78,8 Jahre
Neugeborene Mädchen rund 83,4 Jahre

Die Werte stammen aus der Periodensterbetafel 2023/2025 und beschreiben einen statistischen Durchschnitt, keine individuelle Prognose.

Warum die Lebenserwartung für Versicherungen zählt

In der Renten- und Lebensversicherung ist die Lebenserwartung eine der wichtigsten Rechnungsgrundlagen. Bei einer Leibrente zahlt der Versicherer, solange die versicherte Person lebt. Je länger diese im Durchschnitt lebt, desto mehr Rentenzahlungen fallen an. Dieses Risiko einer sehr langen Lebensdauer heißt Langlebigkeitsrisiko.

Damit die Versicherung ihre Zusagen dauerhaft erfüllen kann, muss sie die Prämien nach angemessenen versicherungsmathematischen Annahmen kalkulieren. Das schreibt § 138 VAG für die Lebensversicherung ausdrücklich vor. Für Rentenprodukte verwenden die Unternehmen dabei nicht die amtlichen Tafeln des Statistischen Bundesamtes, sondern vorsichtiger gerechnete Sterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung, die künftige Verbesserungen der Lebenserwartung einkalkulieren.

Häufige Fragen zu Lebenserwartung

Ist die Lebenserwartung für jeden Menschen gleich?

Nein. Es handelt sich um einen statistischen Durchschnittswert. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Gesundheit, Lebensweise, Beruf und weiteren Faktoren ab.

Warum rechnen Versicherer mit einer höheren Lebenserwartung als die amtliche Statistik?

Versicherer nutzen vorsichtig kalkulierte Sterbetafeln mit Sicherheitszuschlägen, damit die zugesagten Renten auch bei weiter steigender Lebenserwartung finanzierbar bleiben.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 138 VAG (Prämienkalkulation in der Lebensversicherung), gesetze-im-internet.de
  2. Statistisches Bundesamt (Destatis): Sterbetafel 2023/2025, durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt
  3. Deutsche Aktuarvereinigung (DAV): Sterbetafeln für Renten- und Lebensversicherungen

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Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung