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Versicherungswiki

Son·der·aus·ga·ben·ab·zug

der; Substantiv, maskulin · Steuerabzug

Kurz erklärt

Der Sonderausgabenabzug erlaubt es, bestimmte private Aufwendungen wie Vorsorgebeiträge steuerlich abzuziehen (§ 10 EStG). Bei Riester wird zwischen Zulage und Abzug die günstigere Variante gewählt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sonderausgabenabzug mindert das zu versteuernde Einkommen, indem bestimmte private Aufwendungen vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden (§ 10 EStG).
  • Besonders wichtig sind Vorsorgeaufwendungen, etwa Beiträge zur Altersvorsorge, zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Basisrente.
  • Bei der Riester-Rente prüft das Finanzamt automatisch, ob Zulage oder Sonderausgabenabzug günstiger ist (Günstigerprüfung nach § 10a EStG).

Was ist der Sonderausgabenabzug?

Der Sonderausgabenabzug ist die steuerliche Berücksichtigung privater Aufwendungen, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind, aber dennoch das Einkommen mindern dürfen. Rechtsgrundlage ist § 10 EStG. Sonderausgaben werden vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen und senken so die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer.

Zu den abziehbaren Aufwendungen zählen unter anderem:

Bereich Beispiele
Vorsorgeaufwendungen Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, Basisrente nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG
Sonstige Sonderausgaben Kirchensteuer, Kinderbetreuungskosten, Schulgeld, Spenden

Für viele dieser Posten gelten Höchstbeträge. Beiträge zur Basisrente sind seit 2023 zu 100 Prozent abziehbar, allerdings nur bis zu dem in § 10 Abs. 3 EStG festgelegten Höchstbetrag.

Sonderausgabenabzug bei der Riester-Rente

Bei der Riester-Rente stehen zwei Förderwege nebeneinander: die staatliche Zulage und der Sonderausgabenabzug. Nach § 10a EStG können die eigenen Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro im Jahr als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Beide Wege werden nicht addiert. Das Finanzamt führt von Amts wegen eine Günstigerprüfung durch: Es vergleicht die Steuerersparnis aus dem Sonderausgabenabzug mit dem Anspruch auf Zulage. Ist der Abzug günstiger, erhöht sich die tarifliche Einkommensteuer rechnerisch um die Zulage, sodass im Ergebnis nur der zusätzliche Steuervorteil verbleibt. Ist die Zulage günstiger, entfällt der Sonderausgabenabzug. Die Prüfung erfolgt automatisch über die Steuererklärung, ein gesonderter Antrag ist nicht nötig.

Häufige Fragen zu Sonderausgabenabzug

Was ist der Unterschied zwischen Sonderausgaben und Werbungskosten?

Werbungskosten stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erzielen von Einnahmen, etwa Fahrtkosten zur Arbeit. Sonderausgaben sind dagegen private Aufwendungen, die das Gesetz ausdrücklich zum Abzug zulässt.

Muss ich den Sonderausgabenabzug beantragen?

Vorsorgeaufwendungen und andere Sonderausgaben tragen Sie in der Einkommensteuererklärung ein. Die Günstigerprüfung bei Riester nimmt das Finanzamt anschließend selbst vor.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 10 EStG (Sonderausgaben), gesetze-im-internet.de/estg/__10.html
  2. § 10a EStG (Zusätzliche Altersvorsorge, Günstigerprüfung), gesetze-im-internet.de/estg/__10a.html

Redaktion & Aktualität

Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung