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Versicherungswiki

Stor·no·quo·te

die; Substantiv, feminin · Kündigungskennzahl

Kurz erklärt

Die Stornoquote gibt den Anteil vorzeitig beendeter Verträge im Bestand eines Versicherers an. Sie ist ein Indikator für Vertragstreue und Vertriebsqualität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stornoquote misst den Anteil der Verträge, die im Bestand eines Versicherers vorzeitig enden, etwa durch Kündigung, Rückkauf oder Beitragsfreistellung.
  • Berechnet wird sie meist als vorzeitiger Abgang im Verhältnis zum mittleren Bestand oder zum Neugeschäft, angegeben in Prozent.
  • Eine hohe Quote gilt als Warnsignal für Vertragstreue und Vertriebsqualität. Die BaFin zieht sie zur Aufsicht heran.

Was ist die Stornoquote?

Die Stornoquote ist eine Kennzahl, die angibt, welcher Anteil der Versicherungsverträge in einem Bestand vorzeitig beendet wird, bevor die reguläre Laufzeit abläuft. Als Storno zählen die Kündigung durch den Versicherungsnehmer, die Umwandlung in eine beitragsfreie Versicherung und der Rückkauf, bei dem der Versicherer einen Rückkaufswert auszahlt. Das Kündigungsrecht in der Lebensversicherung folgt aus § 168 VVG, die Auszahlung beim Rückkauf aus § 169 VVG.

Eine gesetzlich vorgeschriebene Formel gibt es nicht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) setzt den vorzeitigen Abgang an Beiträgen ins Verhältnis zum mittleren laufenden Jahresbeitrag des Bestands. Andere Darstellungen beziehen die stornierten Verträge auf das Neugeschäft oder auf die reine Stückzahl. Je nach Bezugsgröße fällt dieselbe Situation als unterschiedliche Prozentzahl aus.

Bezugsgröße Was gemessen wird
Bestandsstorno Abgang gemessen am mittleren Bestand
Neugeschäftsstorno vorzeitig beendete Verträge des jüngsten Jahrgangs
Beitragsstorno Abgang gemessen an Beitragssummen statt Stückzahl

Warum die Stornoquote wichtig ist

Eine niedrige Stornoquote deutet auf zufriedene Kunden und bedarfsgerechte Beratung hin. Eine hohe Quote kann auf Fehlberatung, zu teure Produkte oder finanzielle Notlagen der Kunden hindeuten. Deshalb prüft die BaFin im Rahmen der Wohlverhaltensaufsicht gezielt Lebensversicherer mit auffällig hohen Werten. Für Vermittler ist Storno auch wirtschaftlich relevant: Kündigt ein Kunde innerhalb der Stornohaftungszeit, muss der Vertreter anteilig gezahlte Abschlussprovision zurückzahlen (§ 87a in Verbindung mit § 92 HGB).

Häufige Fragen zur Stornoquote

Was ist eine gute Stornoquote?

Feste Grenzwerte gibt es nicht. In der Lebensversicherung gelten einstellige Bestandsstornoquoten als üblich, deutlich höhere Werte fallen der Aufsicht auf.

Zählt eine Beitragsfreistellung als Storno?

Ja. Auch die Umwandlung in eine beitragsfreie Versicherung gilt als vorzeitiger Abgang und fließt je nach Definition in die Stornoquote ein.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 168 VVG (Kündigung des Versicherungsnehmers), gesetze-im-internet.de
  2. § 169 VVG (Rückkaufswert), gesetze-im-internet.de
  3. § 87a, § 92 HGB (Provisionsanspruch und Versicherungsvertreter)
  4. GDV, Statistik zur Stornoquote in der Lebensversicherung
  5. BaFin, Wohlverhaltensaufsicht in der Lebensversicherung

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Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026 · Betreiber: Finanzriese GmbH · Impressum & Zulassung